Es wird langsam Zeit, sich um die Verjährung von Forderungen zu

Ist eine Forderung erst einmal verjährt, kann man sich zwar schwarz ärgern, aber es würde nichts helfen. Wenn die Einrede der Verjährung erhoben wird, ist die Forderung für immer verloren und der Schuldner hat schlicht und ergreifend Glück gehabt. Die Verjährungsfrist beginnt zwar mit Fälligkeit der Forderung zu laufen, es ist aber durchaus nicht so, dass sie nicht aufzuhalten oder zu unterbrechen wäre. Man muss sich als Gläubiger jedoch kümmern. Der Schuldner wird es nicht tun.

Der 31.12.eines jeden Jahres spielt eine wichtige Rolle, wenn es um Verjährung geht. Ist im laufenden Jahr ein Anspruch entstanden, so beginnt mit Ablauf des 31.12. des Jahres typischer Weise die regelmäßige Verjährungsfrist zu laufen. Sie endet dann am 31.12. um 24.00 Uhr drei Jahre später. Für dieses Jahr geht es also um Forderungen, die in 2016 fällig wurden. Es sei denn, die Verjährung wurde gehemmt oder ein Neubeginn der Verjährungsfrist bewirkt. Auf jeden Fall sollten offene Forderungen rechtzeitig vor Jahresende auf ihre Verjährung hin überprüft werden. Entdeckt man eine Forderung, der die Verjährung drohen könnte, ist es nicht ausreichend, dem Schuldner nun mal eben schnell eine Mahnung zu schicken, in der Hoffnung, die Verjährungsfrist würde damit neu beginnen. Dem ist nicht so. Es muss dafür ein Anerkenntnis des Schuldners vorliegen, das sich auch aus einer Teil- oder Abschlagszahlung ergeben kann. Mit dem Tag des Anerkenntnisses beginnt die Verjährungsfrist in diesem Fall für die – wichtig! –  unbestrittene Restforderung zu laufen. Aber auch eine gerichtliche oder behördliche vorgenommene oder beantragte Vollstreckungshandlung bewirkt einen Neubeginn der Verjährung. Man kann eine Verjährung auch für eine gewisse Zeit hemmen, z. B. für die Zeit, in der man sich mit dem Schuldner über die Forderung auseinandersetzt, über Zu- und Umstände und Rechtmäßigkeit der Forderung verhandelt (Hemmungsgrund). Wird die Verhandlung von einer Seite abgebrochen, beginnt die Verjährung weiter zu laufen. Auch die Einleitung des gerichtlichen Mahnverfahrens ist grundsätzlich zur Hemmung geeignet.

Wenn man den Forderungseinzug immer im Auge und auf dem neusten Stand hat, sollte einen der 31.12. nicht „schrecken“. Jeder weiß, dass berechtigte Forderungen zu begleichen sind. Als Gläubiger tut man gut daran, zuerst einmal das Gespräch mit dem Schuldner zu suchen, um ggf. ein gerichtliches Verfahren zu vermeiden. Man kann mit ihm vereinbaren, dass er schriftlich die Forderung unter Anfertigung einer genauen Aufstellung anerkennt, dass man sich auf eine Verlängerung der Verjährungsfrist einigt oder dass der Schuldner schriftlich auf die Einrede zur Verjährung verzichtet. Nützt alles nichts, wird man sich mit dem Schuldner vor Gericht wiedersehen müssen. Möchte ein Schuldner es darauf anlegen, sollte man ihn darauf hinweisen, dass so für ihn noch weitere Kosten zur offenen Forderung hinzu kommen, und dass für rechtskräftige Urteile oder Vollstreckungsbescheide eine Verjährungsfrist von 30 Jahren gilt. Verjährt eine offene Forderung, freut sich der Schuldner und der Gläubiger ärgert sich – mit Recht über sich selbst.

Mehr dazu: https://www.bremer-inkasso.de/deutsch/aktuelles/verjaehrung-wichtiges-thema-zum-ende-eines-jeden-jahres.html

Selber Ort, abgewandelter Firmenname – Insolvente Schuldner „erfinden“ sich einfach neu und – kommen damit wirklich durch??

‚Was ich denk und tu, das trau ich andern zu‘!  Und was ich nicht denk und tu, das traue ich folgerichtig eben andern auch nicht zu! Genau das aber ist wohl der Grund dafür, dass Gläubiger oft fassungslos in eine Art Schockstarre verfallen, wenn insolvente Schuldner einfach am alten Firmensitz eine neue Firma gründen. Man kann doch nicht einfach einen Haufen Schulden so ungeachtet liegen lassen und einfach mit etwas Neuem weitermachen! Meint man. Man selbst käme vielleicht auch nie auf so eine dreiste Idee. Andere schon!

Nutzt der Nachfolger bzw. Übernehmer aber alte Kunden- und Lieferantenbeziehungen, sind Telefon- und Fax-Nummer identisch, ist bisheriges Personal weiter beschäftigt, ist die neue Firma unter der alten Anschrift weiter tätig und wird in seinem Kern der Firmenname weitergeführt (§ 25 Handelsgesetzbuch [HGB], so  sind das gewisse Umstände, die dazu führen, dass sogar eine völlig neu gegründete Firma für die alten Verbindlichkeiten der schuldnerischen Firma haftbar gemacht werden kann. Ist vielleicht auch gerade für die bisherigen Geschäftspartner der z. B. ehemaligen GmbH nach außen der Eindruck der Firmenkontinuität entstanden? Das alles gilt es zu prüfen.

Nach der ersten, verständlichen Wut auf so einen unverfrorenen, insolventen Schuldner, sollte man als Gläubiger nicht gleich die Flinte ins Korn werfen oder gar unüberlegt handeln. Denn sollte es auch nur den kleinsten Hinweis dafür geben, dass ein Schuldner einfach in neuer Form mit seinem Geschäft ‚weitermacht‘, dann sollte der Weg umgehend zu einem Rechtsdienstleister führen. Wir haben es in unserem Arbeitsalltag schon oft erlebt, dass sich ein drohender Forderungs-Totalausfall nach eingehender Prüfung durch einen Experten plötzlich ganz anders darstellte. Ein Rechtsdienstleister wird auch den unscheinbarsten Indizien nachgehen und nach Einzelfall entscheiden, welche Vorgehensweisen und Möglichkeiten der Forderungsrealisierung in Frage kommen könnten.

Unverfrorenheit wird es wohl weiterhin geben und sie wird sich vielleicht sogar noch verschlimmern, aber das heißt noch lange nicht, dass sie immer Sieger bleibt. Mein Rat: Ruhe bewahren, durchatmen und kompetente Hilfe an die Seite holen. Frech kommt weiter, mag manchmal stimmen. Aber eben nur manchmal!!

Mehr dazu: https://www.bremer-inkasso.de/deutsch/aktuelles/dreiste-schuldner-hilflose-glaeubiger-mit-fachmaennischem-rat-das-blatt-wenden.html

Schuldner zahlen zu viel. Ja, gibt’s denn das?!

Angesichts der Tatsache, dass wir in den vergangenen sechs Jahren pro Jahr durchschnittlich 28.000 Euro an Überzahlungen an Schuldner zurück überwiesen haben, könnte man fast zu der Annahme kommen, dass sich die Zahlungsmoral ja wohl enorm verbessert haben muss. Dem ist leider nicht so. Es gibt nach wie vor immer wieder Forderungen, die nicht zu realisieren sind. Es gibt aber in der Tat auch Schuldner, die nicht nur die Gesamtforderung samt des Verzugsschadens zu hundert Prozent begleichen, sondern die auf die Forderung weiter „abzahlen“, als bestünde sie noch. Das geschieht zumeist per Dauerauftrag, der, einmal eingerichtet, läuft und läuft und nicht weiter kontrolliert, geschweige denn nach vollständigem Schuldenabtrag gelöscht wird. So ein Verhalten kann, wenn vielleicht sogar noch andere Daueraufträge eines Schuldners davon betroffen sind, ggf. sogar zu neuen Schulden führen.

Überzahlungen verursachen bei uns zusätzlichen Verwaltungsaufwand, der kostet und eigentlich unnötig wäre. Wie man es macht, macht man es also verkehrt?! Nein, auf gar keinen Fall. Schulden zu begleichen, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Aber genauso sollte es auch selbstverständlich sein, dass man seine Konten immer im Auge behält, zumal dies in unserem technisierten Zeitalter ja auch jederzeit von überall her möglich ist. Ich bin aber immer wieder erstaunt, wie lasch Kontoführung zum Teil gehandhabt wird. Wenn ein Schuldner seine Schuld in Raten abträgt, weisen wir ihn z. B. darauf hin, dass seine letzte Rate ansteht. Häufig handelt es sich bei der letzten Rate auch nur noch um einen geringen Restbetrag. Und auch darauf weisen wir hin. Und dennoch erleben wir es immer wieder, dass der Schuldner einfach wie gewohnt seinen Dauerauftrag laufen lässt. Ja, wir müssen sogar ab und an wiederholt anfragen, wohin wir die Überzahlung überweisen sollen, ohne dass kurzfristig reagiert wird.

Für uns ist es eine Selbstverständlichkeit, Überzahlungen zurückzuerstatten, auch wenn wir den Mehraufwand an Zeit und Personal dafür nicht erstattet bekommen. Aber was geschieht z. B. mit einer fehlerhaften oder gar unberechtigten Abbuchung vom Konto, wenn man ihrer gar nicht gewahr wird, es nicht bemerkt?

Wer Forderungen vorbeugen möchte, der sollte seine Finanzen unbedingt im Griff und Blick haben. Einmal Schulden, immer Schulden! Das ist ein geflügelter Spruch, dem man aber mit einem sorgfältigen und wachsamen Umgang den Nährboden entziehen kann. Denn – Finanzkompetenz ist kein Hexenwerk. Man kann sie erlernen!

 

Mehr dazu: https://www.bremer-inkasso.de/deutsch/aktuelles/dauerauftraege-immer-im-blick-behalten.html

 

Für Verbraucherzentralen scheint klar zu sein: Inkasso = unseriöse Abzocke

Die Berichte der Verbraucherzentralen bzgl. der Inkassobranche sind bald nicht mehr zu ertragen! Da wird scheinbar ziemlich wahllos alles in einen Topf geschmissen was nach Abzocke, überhöhten Forderungen, Druck, Angstmache, Gerichtsvollzieher, Pfändung, exorbitante Kosten und natürlich Inkasso „riecht“. Und dann wird so kräftig umgerührt und vermengt, dass einzelne Komponenten nur noch schwer auszumachen sind. Zu einer dicken Wort-Knolle namens „unseriös“ kommt dann noch für Einheitsbrei-Allergiker eine kleine Wort-Prise „seriös“ hinzu. Heraus kommt nur dieses eine Inkasso-Gericht und es wird immer und immer wieder aufgewärmt dem Leser serviert. Das ist seit Jahren „Berichte-Küche“ auf niedrigem Niveau mit billigen und schlechten unkontrollierten Zutaten, ohne Rücksicht auf Bekömmlichkeit und Verluste. Eigentlich ein Fall für die „Gewerbe“-aufsicht, aber es geschieht nichts. Ganz im Gegenteil. Es wird munter weiter geköchelt und es kommen immer neue abstrusere Zutaten hinzu.

Die neuste Forderung der Verbraucherzentralen ist, dass es einen Gebührenrahmen für Inkassounternehmen geben soll, der z. B. für eine Forderung bis 500 EUR lediglich 15 EUR an berechtigten berechenbaren Gebühren zulassen soll. Dass ein Rechtsanwalt für die gleiche Tätigkeit aber 70,20 EUR berechnen darf, und dass sich auch laut Gesetzgeber Inkassounternehmen nach der  Rechtsanwaltsvergütungsordnung mit ihrer Gebührenberechnung zu richten haben, das wird mit keinem Wort erwähnt. Warum nicht? Nur weil ein Verbraucher nicht von allen Bereichen Ahnung haben kann, kann ich ihn doch nicht einfach mit falschen Informationen „füttern“! Da eine Berichterstattung seitens der Verbraucherzentrale über seriöses, beanstandungsfreies Inkasso so gut wie nie zu finden ist, scheint es dieses für die Verbraucherzentrale und somit auch für die, sich gut durch die Verbraucherzentrale informiert fühlenden Verbraucher gar nicht zu geben! Dem Verbraucher wird damit kein Gefallen getan! Auftraggeber von Inkasso, große Firmen bis hin zu Privatleuten, rückt es hingegen zumindest ins Zwielicht. Heißt doch streng genommen eine solche Berichterstattung im Umkehrschluss, dass sich Inkasso beauftragende Gläubiger an den, in der Branche impliziert üblichen Drohungen, Abzocke etc. beteiligen bzw. sie zumindest billigen. Hier wird der Spieß wieder einmal umgedreht: Wieder einmal wird der Fokus auf die armen Schuldner gerichtet, die es vor den Bösen zu schützen gilt, die ihr Geld wollen und die dafür, dass sie es sich „holen“, sogar noch Geld wollen.

Jede Dienstleistung kostet Geld!

Warum aber soll sich immer nur die Inkassobranche dafür rechtfertigen?? Es gibt ja wohl kaum einen, der glaubt, wenn er im Restaurant Essen bestellt, am Ende mit der Rechnung nur den reinen Warenwert dessen zu zahlen, was auf dem Teller lag.

Und was ist mit den Gläubigern? Sie haben etwas geliefert, etwas geleistet, ohne dafür Geld bekommen zu haben. Und das ist dann einfach so okay? Ins Restaurant gehen, gut essen und dann einfach aufstehen und ohne zu zahlen gehen? Das ist dann auch okay?

Auch die Inkassobranche ärgert sich über die schwarzen Schafe in ihren Reihen. Dieses und diese auch gern namentlich zu benennen und vor ihnen zu warnen, dagegen hat wohl kein seriöses Inkassounternehmen etwas. Auf eine seriöse differenzierte Berichterstattung und vor allem Information der Verbraucher seitens der Verbraucherzentrale über die Arbeit der Inkassobranche, darauf wartet die Branche allerdings seit Jahren vergeblich.

Mein Rat für die Berichte-Köchelei der Verbraucherzentralen: Ähnlich der Kennzeichnungspflicht von Lebensmitteln, zukünftig alle „Geri(ü)cht-Zutaten“ genau und im benutzten Verhältnis, mit Ursprungsnachweis und Haltbarkeitsdatum aufzuführen. Dann kann der Verbraucher selbst entscheiden, ob er „zulangt“ oder besser „heilfastet“!

Mehr dazu : https://www.bremer-inkasso.de/deutsch/aktuelles/forderungen-der-verbraucherzentralen-unserioes.html

 

Inkasso – nur anderes Wort für Abzocke? Fakt oder FakeNews?

Fakt ist auf jeden Fall, dass man mit dem Thema Inkasso immer Schlagzeilen bekommt, und dass sich mit Negativberichten über die Inkassobranche, die breite Mehrheit der Schuldner bestätigt sieht: IHRE Schuld sind die Schulden nicht. Inkasso ist der Buhmann. Warum mühsam Fakten checken, genau hinsehen, wenn doch der Schuldige scheinbar feststeht?! Die Fakten sprechen zwar eine deutlich andere Sprache, aber – wen kümmert‘s?

Was aber kommt zu Tage, wenn man doch einmal die Fakten sprechen lässt? Es ist für jeden nachzulesen, welche Gebühren und Pauschalen vom Gesetzgeber zum Ansatz gebracht werden sollen/dürfen, wenn Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen und z. B. eine um die andere Zahlungsaufforderung „aussitzen“. Forderungseinzug durch einen Dritten wie einen Rechtsanwalt oder ein Inkassounternehmen ist eine Dienstleistung, die Arbeit verursacht und daher auch Kosten. Es möchte ja z. B. auch kein Journalist ohne Bezahlung arbeiten. Die vom Gesetzgeber festgelegte Pauschalen, Gebühren und Auslagenerstattungen kommen bei der Ermittlung der Kosten zum Ansatz. Diese können sich selbstverständlich potenzieren, bleibt der Schuldner z. B. untätig oder rührt sich erst dann (… und um sich dann wieder nicht zu melden), wenn weitere Schritte schon eingeleitet wurden, die dann ggf. erst einmal wieder ausgesetzt werden, jedoch trotzdem ja Kosten verursacht haben. Lässt sich alles nicht mehr vorgerichtlich klären, kommen ggf. auch noch weitere Kosten wie Gerichtskosten, Gerichtsvollzieherkosten, Zustellkosten etc. hinzu.

Gerade bei Kleinstforderungen (bis 500 Euro s. u.) entstehen die gleichen Kosten wie bei höheren Forderungen. Das mutet Manchem wie Abzocke an, liegt aber darin begründet, dass die Grundlage der Gebührenberechnung der Gegenstandswert der Forderung ist. Und vom Gesetzgeber wurde nun mal der niedrigsten Gegenstandswert mit „bis 500 Euro“ angesetzt. Dieser Gegenstandswert beinhaltet also ganz streng genommen eine Forderungsspanne von 0,01 bis 499,99 Euro. „Wie gemein!“ könnte man jetzt sagen, aber diese Dinge sind alle im Gesetz nachzulesen. Und wie „gemein“ ist es denn wohl, etwas wie vereinbart bekommen zu haben und nicht zu bezahlen?

Jeder Autofahrer weiß es und muss akzeptieren, dass ihm, egal ob er 50 Cent oder 3 Euro in den Parkautomaten geschmissen hat, bei Parkzeitüberschreitung ggf. ein Vielfaches der eingesetzten Parkgebühr als Bußgeld droht. Vielleicht hinkt dieses Beispiel ein wenig, aber es macht deutlich, dass Konsequenzen von „Falschverhalten“ allgemein bekannt und ggf. zu tragen sind, auch wenn‘s „weh“ tut. Wer seine Schulden nicht bezahlt, muss für den Verzugsschaden aufkommen, also für den Schaden, der nicht entstanden wäre, wären die Forderung rechtzeitig beglichen worden.

Je mehr Zeit ein Schuldner mit Untätigkeit verstreichen lässt, umso teurer wird es für ihn. Und je geringer die Forderung desto höher sind in der Tat im Verhältnis dazu die vom Gesetzgeber festgelegten Gebühren/Pauschalen, vor allem eben, wenn versucht wird, die Forderung auszusitzen. Ein Mahnbescheid oder eine Zustellung durch einen Gerichtsvollzieher z. B. kostet, egal, um welche Forderungshöhe es geht. Ein Schuldner, der es durch Tatenlosigkeit dazu kommen lässt, hat die Konsequenzen zu tragen. Das kann er im Vorfeld wissen und nachlesen. Es liegt in seiner Verantwortung. Dafür kann er weder den Gesetzgeber, noch einen Rechtsanwalt noch ein Inkassounternehmen verantwortlich machen.

(Bei Interesse: Ganz detaillierte Angaben zur Kostenzusammensetzung im Forderungseinzug durch Dritte gibt es in unserer Pressemitteilung vom 30.4.2019.)

Mehr dazu: https://www.bremer-inkasso.de/deutsch/aktuelles/forderungen-aussitzen-schon-von-gesetzes-wegen-ein-teures-vergnuegen.html

 

Für Forderungen ist mit dem Tod eben nicht alles aus

Auch ein Schuldner stirbt mal. Das ist eine Tatsache. Damit ist das „Aus“ für Forderungen an ihn aber noch lange nicht besiegelt. Genauso, wie man Geld erben bzw. vererben kann, kann man nämlich auch Schulden erben bzw. vererben. Das Erbrecht gilt auch unter Juristen als hoch komplex und die Handhabung erfordert jede Menge Fachwissen. Die einzelnen Schritte, die ich hier benenne, die man als Gläubiger prüfen bzw. tun kann, sollen daher hauptsächlich Mut machen, eine Forderung beim Tod des Schuldners nicht gleich mit „zu beerdigen“. Professionelle Hilfe bei ihrer Durchsetzung in Anspruch zu nehmen, kann ich nur raten.

Ist also ein Schuldner verstorben, sollte man bei der kleinsten Unsicherheit, ob es sich wirklich um besagten Schuldner handelt, eine entsprechende Auskunft z. B. beim Einwohnermeldeamt beantragen. Steht der Tod des Schuldners zweifelsfrei fest, gilt es, sich die „Entwicklung“ der Forderung genau anzugucken. Ist die Forderung bereits fällig? War der Schuldner bereits in Verzug? Bei Fälligkeit – nicht vorher! – sollte man z. B. eventuelle Erben mahnen, um sie in Verzug zu setzen, um ggf. auch von ihnen den Verzugsschaden ersetzt zu bekommen. Wurde jedoch mit der Zwangsvollstreckung bzgl. der offenen Forderung bereits begonnen, als der Schuldner noch lebte, so kann diese in den Nachlass fortgesetzt werden. Wann und ob vorhandene Titel auf Erben umzuschreiben sind, gerichtlich bestellte Vertreter hinzugezogen werden müssen, Regelungen zum Pfändungsschutz noch greifen oder nicht …muss geklärt werden. Chancenlos ist man als Gläubiger aber eben nicht.

Gibt es keine Möglichkeit, gleich in den Nachlass zu vollstrecken, muss man in Erfahrung bringe, ob es Erben gibt. Das kann ein langer und komplizierter Weg sein. Erben werden Rechtsnachfolger des Verstorbenen. Man kann daher versuchen, die offene Forderung von ihnen beglichen zu bekommen.  Mit einer Sterbeurkundenkopie (beim zuständigen Standesamt einzuholen) kann man beim Nachlassgericht Informationen darüber bekommen, ob so genannte „Nachlassvorgänge“ vorhanden sind.

Gibt es einen Erben, heißt das noch lange nicht, dass auch automatisch gerichtlich ein Anspruch gegen ihn geltend gemacht werden kann. Eine Erbschaft kann angenommen aber auch ausgeschlagen werden. Sie gilt als angenommen, wenn die Erbausschlagungsfrist von normalerweise sechs Wochen ab Kenntnis vom Anfall der Erbschaft verstrichen ist. Für den nicht so seltenen Fall, dass eine Erbschaft aus Angst vor Nachlassüberschuldung ausgeschlagen wird, kann es nicht schaden, genauer überprüfen zu lassen, welche Wertgegenstände beim Schuldner ggf. doch noch vorhanden sind (häufig ist es z. B. ein Auto oder Maschinen). – Nicht, dass diese plötzlich verschwunden sind! – Man kann versuchen, sich den Zugriff auf diese Vermögenswerte zu sichern.  Sind von Anfang an keine Erben da oder haben alle Erben die Erbschaft ausgeschlagen, so muss man die Hoffnung immer noch nicht aufgeben. In so einem Fall wird vom Nachlassgericht nämlich festgestellt, dass die Staatskasse erbt. Das kann für den Gläubiger dann interessant und wichtig sein, wenn Vermögenswerte vermutet werden oder gar vorhanden sind. Diese würden dann ggf. zu Geld gemacht werden könne. Ein Gläubiger kann also auch gegen den Fiskus den Forderungseinzug fortsetzen.

Wenn ein Schuldner also stirbt, die offene Forderung nicht gleich aufgeben! Sofort den Sachstand des Forderungseinzuges bzgl. der ihn betreffenden Forderung prüfen und sich an einen versierten Rechtsdienstleister wenden, der sich mit Forderungseinzug in Verbindung mit dem Erbrecht auskennt. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Möglichkeiten, Forderungen zu realisieren, gibt es viele. Zeit, Geld und besonders Nerven hingegen sind in der Regel limitiert. Prioritäten setzen!

Mehr dazu: https://www.bremer-inkasso.de/deutsch/aktuelles/unbezahlte-rechnungen-kunde-verstorben-forderungen-existieren-weiter.html

Kunde insolvent? Keine Panik!

Mit der etwas saloppen Überschrift möchte ich vor allem ausdrücken, dass man als Gläubiger im Falle einer Kundeninsolvenz nicht gleich denken soll: Jetzt ist alles aus. Meine Forderungen gehen den Bach runter und ich kann nichts dagegen tun! Denn genau Letzteres ist nicht richtig. Man kann und sollte handeln, sofort, aber durchdacht und nicht kopflos und vor allem konsequent.

Da es in erster Linie auf die Rechte ankommt, die man neben der eigentlichen Forderung noch geltend machen kann, sollte man zuerst prüfen, ob einfacher Eigentumsvorbehalt vereinbart wurde. Ist bei der Eröffnung des Insolvenzverfahrens dann noch etwas von der „eigenen“ Ware beim Kunden übrig, kann man als (Noch-)Eigentümer vom Insolvenzverwalter den restlichen Kaufpreis verlangen oder vom Vertrag zurücktreten und, ohne am Insolvenzverfahren teilnehmen zu müssen, die Herausgabe derselben verlangen. Hat man als Gläubiger, möglichst noch mit einem Zeugen, die Möglichkeit, beim Schuldner den Warenbestand zu erfassen und zu kennzeichnen, sollte man das unbedingt sofort tun – aber auf gar keinen Fall ohne dessen Zustimmung! (Nicht selten bekommt Ware nämlich plötzlich Beine.) Der Insolvenzverwalter ist zur Bestandsaufnahme verpflichtet.

Wurde der verlängerte Eigentumsvorbehalt vereinbart, ist man (aus der ggf. Veräußerung oder Einbeziehung der Ware durch den Insolvenzverwalter) vor den anderen Gläubigern (nach Abzug gewisser Pauschalen) zu befriedigen. Auf jeden Fall aber sollte die Forderung innerhalb der bekannt gemachten Frist beim Insolvenzverwalter angemeldet werden, damit sie in die Insolvenztabelle kommt und bei der Verteilung der Insolvenzmasse berücksichtigt werden kann.

Neben den vielleicht durch Hörensagen bereits bekannten, eben aufgezeigten Schritten, gibt es noch andere Umstände und Fakten, die man prüfen kann/sollte. Spätestens dabei aber empfehle ich, sich Hilfe zu holen. Ob nämlich ggf. die persönliche Haftung eines Geschäftsführers in Frage kommt, ob eine eventuell vorhandene Nachfolgefirma für besagte Verbindlichkeiten in Anspruch genommen werden kann oder ob der Auszug aus der Insolvenztabelle von einem als Gläubiger auch nach Ende eines Insolvenzverfahrens als Titel zu nutzen ist (vergleichbar mit Vollstreckungsbescheid)…. , das sind Fragen, auf die man als Laie wohl nur äußerst selten eine rechtsverbindlich Antwort geben kann.

Die Insolvenzordnung besteht aus knapp 400 Paragraphen, die man nicht nur lesen sondern auch verstehen und anwenden können muss. Hinzu kommen Fristen und Formvorschriften, die es zu kennen und einzuhalten gilt. Sich hier einen Rechtsdienstleister an die Seite zu holen, ist m. E. nicht nur verständlich sondern auch absolut vernünftig. Wer gerne Kuchen backt, würde deshalb von sich aus ja auch nicht gleich behaupten, das Konditorhandwerk zu beherrschen. Ich will damit sagen, dass ein ganz wichtiger Schritt auf dem Weg der Forderungsrealisierung bei Kundeninsolvenz der ist, seine  eigenen Möglichkeiten und Befähigungen realistisch einschätzen zu können und aus dieser Einschätzung heraus dann entweder selbst tätig zu werden, oder sich Kompetenz und Sachverstand eines Rechtsdienstleisters zu Nutze zu machen.

Auf eines möchte ich aber noch hinweisen, was eventuell „so nebenbei“ geschehen kann: Bittet ein Insolvenzverwalter im Falle einer Fortführung des Unternehmens um Weiterbelieferung, dann Vorsicht! VOR Beginn der Belieferung sollte man mit dem Insolvenzverwalter Vorkasse vereinbaren oder sich seine persönliche Zahlungsgarantie unterschreiben lassen. Bei einem vorläufigen Insolvenzverwalter unbedingt nur nach Vorkasse weiter beliefern – wenn überhaupt!

mehr dazu: https://www.bremer-inkasso.de/deutsch/aktuelles/totalverlust-einer-forderung-bei-insolvenz-nicht-zwangslaeufig.html

Wer weiß, wie man korrekt mahnt, handelt konsequenter!

Nicht selten handeln Unternehmer bei Thema Mahnungen getreu dem Motto: Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem andern zu! Das Motto ist ja auch kein schlechtes und wenn jeder so handeln würde, ginge es der Welt besser. Als Unternehmer kann man sich jedoch nicht erlauben, es mit Mahnungen nicht so genau zu nehmen, nur weil man selbst sich ab und an eine Mahnung eingehandelt hat und das als äußerst unangenehm empfunden hat. Eben weil in der schnelllebigen Zeit einmal etwas durchrutschen kann, sind zeitnahe respektvoll und freundlich verfasst Mahnungen für beide Seiten wichtig. Und wer weiß, wie eine korrekte Mahnung auszusehen hat, schiebt sie auch aus Unsicherheit nicht auf. Damit der andere aber weiß, wovon die Rede ist, sollten alle, die Lieferung oder Leistung betreffenden Daten in der Mahnung enthalten sein (Datum, Rechnungsnummer, genaue Bezeichnung der Leistung etc.) und die Formulierung sollte deutlich machen, dass man sein Geld möchte. Auch wenn es für eine Mahnung keine Formvorschriften gibt, würde ich immer schriftlich mahnen und zusehen, dass ich beweisen kann, dass der andere die Mahnung auch bekommen hat (Übergabe vor Zeugen, Einschreiben etc.). Weil es vermeintlich netter klingt, wird beim ersten Schreiben häufig das Wort „Zahlungserinnerung“ benutz, und erst im weiteren Verlauf geht man zum Wort „Mahnung“ über. Ich rate, unbedingt bei nur einer Bezeichnung durchgängig zu bleiben und die auf einander folgenden Schriftstücke (im Abstand von 7 bis 10 Tagen) dann mit 1., 2. und 3. (Mahnung) z. B. zu versehen.

Wichtig ist bei allem, dass man nicht vor Fälligkeit der Rechnung mahnt, nur weil man gerade unbedingt Geld braucht, das Zahlungsziel aber sehr großzügig bemessen hat. Eine Mahnung vor Fälligkeit der Rechnung ist unwirksam und setzt den Schuldner nicht in Verzug! Verzug aber ist die Voraussetzung, damit der Schuldner den Verzugsschaden (u. a. Kosten eines Inkassounternehmens oder Rechtsanwalts) zu ersetzen sowie Verzugszinsen zu zahlen hat. Ab der 2. Mahnung kann man Mahnkosten berechnen, wobei in der Regel Pauschalen zwischen 1 € und 5 € von Gerichten ohne Nachweis akzeptiert werden.

Damit der Schuldner einen ernst nimmt, sollte man konsequent und zeitnah, freundlich und respektvoll mahnen, nicht mehr als drei Mahnungen verschicken und alles, was man „androht“ (z. B. Einschaltung eines Rechtsanwaltes oder Inkassounternehmens oder ‚weitere rechtliche Schritte‘), sollte man dann auch umsetzen. Inkonsequenz spricht sich häufig schneller rum, als einem lieb ist. Haben alle außergerichtlichen Bemühungen nicht zum Erfolg geführt, bleibt noch (unbedingt mit professioneller Hilfe!) der Gang zum Gericht (Kosten hierfür sind in der Regel Verzugsschaden).

Wer macht nicht lieber Geschäfte mit einem Partner, den er einschätzen kann, der zuverlässig arbeitet? Unternehmer, die respektvoll aber konsequent und zuverlässig handeln, werden eher positiv wahrgenommen, auch oder gerade weil sie mahnen, denn das basiert in der Regel auf einem guten Firmenmanagement. So einen Partner wünscht sich doch jeder für die eigenen Geschäfte. Wie wäre es dann, selbst so ein Partner für andere zu sein?!

Mehr dazu: https://www.bremer-inkasso.de/deutsch/aktuelles/korrektes-anmahnen-von-rechnungen-keine-kunst.html

Guter Vorsatz fürs neue Jahr: Eigene Geschäftsbedingungen

Am Anfang bzw. am Ende eines Jahres werden gern gute Vorsätze für die Zukunft gefasst. Wer einigermaßen realistisch ist, wird sich dabei nicht nur um das „Was (möchte ich erreichen)“, sondern auch um das „Wie (kann ich das erreichen)“ kümmern und sich ggf.  dementsprechend Unterstützung holen. Wer klettern gehen möchte, wird mit Sicherheit (und für die Selbe) eine gute Ausrüstung mitnehmen, wer vor hat, ein Haus zu bauen, wird zuerst für ein gutes Fundament sorgen. Und wer ein Unternehmen führen möchte, der wird die  Geschäfte auf der Grundlage von Geschäftsbedingungen tätigen, die den Alleinstellungsmerkmalen und Anforderungen des eigenen Unternehmens Rechnung tragen. Letzteres wird jedoch leider noch längst nicht von allen Unternehmen so gehandhabt.

Der Lyriker Joachim Ringelnatz sagte einmal: „Sicher ist, dass nichts sicher ist, selbst das nicht“. Wenn also alles offen zu sein scheint, soll man einfach warten, was passiert? Nein! Ich bin der Meinung, was man für seine eigene Sicherheit, und hier speziell für die Sicherung der Liquidität eines Unternehmens und bestmöglich gegen Forderungsausfall tun kann, sollte man auch tun. Und dazu gehören unbedingt eigene Geschäftsbedingungen, die auch wirklich die Belange der eigenen Firma abdecken und Regelungen vor allem zum normalen und auch zum verlängerten Eigentumsvorbehalt beinhalten. Rechtsdienstleister helfen gern dabei, individuelle Geschäftsbedingungen zu erstellen. Klar formulierte Regelungen helfen allen Vertragsparteien, von der Entscheidung, ein Geschäft zu den bekannten Bedingungen einzugehen oder nicht angefangen, über die Durchführung bis hin zum Forderungsausgleich oder auch für den Insolvenzfall. Ja, selbst für den Fall einer Kundeninsolvenz ist man mit oben genannten Regelungen als Bestandteil der eigenen Geschäftsbedingungen weitestgehend abgesichert, auch wenn es eine hundertprozentige Sicherheit gegen Forderungsausfall in der Tat nicht gibt.

Wer also gern gute Vorsätze für ein neues Jahr fasst und noch keine eigenen Geschäftsbedingungen hat, vielleicht noch nicht einmal Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) seinen Geschäften zugrunde legt, die für die eigene Branche allgemeinhin gelten, dem kann ich nur raten, die Erstellung von eigenen Geschäftsbedingungen als einen solchen guten Vorsatz zu fassen. Dann hat man sich die Frage: „Was (möchte ich erreichen)“ – mehr Sicherheit für das eigene Unternehmen – schon beantwortet. Und auf die Frage: „Wie (kann ich das erreichen)“ – würde ich die klare Antwort geben: Man lasse sich eigene Geschäftsbedingungen von einem Rechtsdienstleister erstellen (schreibe sie auf gar keinen Fall einfach irgendwo ab) und mache die Geschäftsbedingungen zur Grundlage aller Geschäfte! Nur – guten Vorsätzen müssen eben auch Taten folgen!

Mehr Dazu: https://www.bremer-inkasso.de/deutsch/aktuelles/mehr-sicherheit-durch-allgemeine-geschaeftsbedingungen-agb.html

Sorgfalt kontra Zeitersparnis? Diese Frage sollte sich im Geschäftsleben nicht stellen!

Im Geschäftsalltag spielt der Zeitfaktor häufig eine große Rolle. Und so scheint es nur allzu verständlich zu sein, dass dabei nicht selten die Sorgfalt auf der Strecke bleibt. Das aber kann fatale Folgen haben und sogar einen erheblichen Zeitmehraufwand nach sich ziehen, wenn man es z. B. versäumt hat festzustellen, wer genau einen Auftrag erteilt, eine Ware in Empfang genommen oder die ordnungsgemäße Durchführung einer Leistung bestätigt hat. Ist es vermeintlich ein zu hoher zeitlicher Aufwand, zu dokumentieren, wer wann und wofür einen Auftrag erteilt hat, die genaue Firmierung inkl. der dazugehörigen Rechtsform oder z. B. auch den Vor- und Zunamen des Inhabers eines Gewerbebetriebes schriftlich festzuhalten, dann muss man sich nicht wundern, wenn man im Zweifelsfall Schwierigkeiten hat herauszufinden, wen genau man als Schuldner in Anspruch nehmen kann. Ja, selbst wenn man z. B. bei der Ausgabe einer Ware, für die die „Rechnung (laut Abholer) wie immer an die Firma A“ geht, nicht vergessen hat, sich z. B. den Abholschein unterschreiben zu lassen… Mal im Ernst – wer kann so eine Unterschrift wirklich lesen oder wenigstens den Abholer im Ernstfall noch beschreiben? Solche „Bestellungen auf Zuruf“ sind im Geschäftsleben keine Seltenheit und häufig geht alles glatt. Wenn aber nicht, wenn die Firma A niemanden losgeschickt hat, Ware abzuholen und vielleicht sogar auch wirklich keine bekommen hat, hat der Verkäufer u. U. nichts in der Hand, womit der Abholer identifiziert werden kann. So eine Forderung dann zu realisieren, ist fast unmöglich. Mal eben eine schnelle Unterschrift, wer kennt das nicht?! Wer hat nicht schon einmal z. B. ein Paket für einen Dritten angenommen und auf einem hingehaltenen, fast blinden Display einfach nur unterschreiben müssen und sich hinterher gefragt, wer das später eigentlich noch lesen können soll…

Im Geschäftsleben kann sich Eile bitter rächen. Mal eben ein Anruf bei der Firma A, ob der Abholer befugt ist…, eben eine Kopie des Personalausweises (seit Juli 2017 ist dies mit Zustimmung des Ausweisinhabers im Regelfall erlaubt), eine Notiz zum Kennzeichen des (Firmen-)wagens, das Bestehen auf einer leserlichen Unterschrift usw., sollte für beide Seiten ein zumutbarer Zeitaufwand sein. Sorgfalt in allen Geschäftsbereichen wird seriöse Kunden eher anziehen als abschrecken.

Möglichst sollte jeder Schritt, jede Geschäftshandlung schriftlich dokumentiert werden. Das gilt für ein Angebot genauso wie für ein Abnahmeprotokoll (inkl. eventueller Mängel) einer Handwerksleistung, für einen Auftrag, einen Lieferschein genauso wie für eine Rechnung, eine Mahnung, kurz – für jeden einzelnen Schritt.

Sorgfalt sollte man außerdem auch in Bezug auf die einmal im System eigegebene Daten walten lassen. Sind sie noch aktuell? Hat z. B. der Geschäftsführer gewechselt o. ä.. Genauigkeit ist besonders auch dann gefragt, wenn die Rechnungsanschrift nicht mit der Lieferanschrift übereinstimmt. Das ist im Geschäftsleben durchaus ja nichts Ungewöhnliches, aber will man auf Nummer sicher gehen, sollte man sich auch notieren, an wen genau die Ware ausgeliefert wurde, muss man einmal die Rechte aus verlängertem oder erweitertem Eigentumsvorbehalt geltend machen. Diese wiederum sollten in den eigenen AGB festgeschrieben sein, die man sich im besten Falle von einem Anwalt individuell abgestimmt hat aufsetzen lassen.

Sorgfalt ist also überall gefragt, sollte ernst genommen werden und nicht der Zeitersparnis zum Opfer fallen. Diese vermeintliche Ersparnis kann schnell zum Bumerang werden. Sollte man doch einmal die Hilfe eines Rechtsdienstleisters beim Forderungseinzug benötigen, so braucht dieser zumindest eine Chance, helfen zu können. Gibt es kaum oder gar keinerlei brauchbare Dokumentationen, kann auch er nicht zaubern.

Mehr Dazu: https://www.bremer-inkasso.de/deutsch/aktuelles/bitte-identifizieren-sie-sich.html